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Samstag, 24. Januar 2015

Mehr Gefühl, bitte! - Zur Frage, ob wir Deutschen zu abgeklärt sind

Den Deutschen wird ja nachgesagt, dass sie ihre Gefühle nicht so offenkundig zeigen, wie Angehörige anderer Nationen. Als ich im Regal eine Ausgabe von Roland Barthes „Fragmente einer Sprache der Liebe“  entdeckte, wurde mir nach wenigen Seiten schummerig zumute. Ich spürte ein leichtes Unbehagen. Irgendwie scheint es mir, dass wir immer weniger mit der Sprache der Liebe anfangen können. Wo ist unser heiß geliebter Goethe hin? Und wo sind Hölderlin und Rainer-Maria Rilke verborgen? All die Liebesbekundungen, der Herzschmerz, die obsessiven Gefühlsausbrüchen, die wir ernst nehmen wollen. Sie sind weg. Das Land der Dichter und Denker scheint immer weniger Goethes zu kennen und immer mehr Charlies. Gefühle werden zwar artikuliert und inszeniert, aber erst derjenige, der sich über die Gefühle anderer lustig machen kann, ist ein Held? Man kann sich zwar einen sensiblen, leidenschaftlichen, intellektuellen Künstler in einer Buchhandlung oder in einem Literaturcafe vorstellen, aber nicht in der Mitte der Gesellschaft, nicht als Vorbild für die Masse. Also so jemanden, auf den das ganze Land stolz sein kann, der nicht als bloßer Showmaster gilt, sondern als deutsche Identifikationsfigur, als Volksheld. Der Glaube an „Das Wahre, Schöne, Gute“, der heute noch als Leitspruch über der Alten Oper in Frankfurt eingemeißelt ist, gilt als Denkmal vergangener Zeiten. Das gibt es nicht mehr. Gefühle sollen vernünftig klingen. Das romantischste, was ich heute gelesen habe, kam von einem britischen Jungen. Auf die Frage einer Mitschülerin, ob er sie möge, antwortete er:
"Ich weiß nicht. Ich kenne mich selber noch nicht. Außerdem stehe ich zu Hause gerade auch ziemlich unter Stress, deshalb kann ich es wirklich nicht sagen. P.S.: Man kennt sich selber nicht, bis man 18 ist."
So viel Selbstkritik, so viel Ehrlichkeit: Das könnte ein Deutscher gewesen sein! Aber an solchen Tagen wie diesen, wo es draußen schneit und mir mit einer heißen Tasse Schokolade ganz warm ums Herz wird, frage ich mich ob wir Deutschen wirklich so gefühlskalt und abgeklärt sind, wie ich fürchte. Vielleicht kann Barthes mir ja die Antwort geben. Zumindest schneit es auch noch hier bei uns in Deutschland. Das ist doch mal was ;-).



Mittwoch, 12. November 2014

Unter Freunden

Ich weiß es noch ziemlich genau
Vor eins, zwei Jahren - wir standen
An irgendeinem Bahnhof, (ich wette Siegen,
Über das wir immer Lieder singen)
Als du unerwartet verkündetest:
„Wir werden immer Freunde bleiben.“
Ich weiß es noch ziemlich genau,
Denn bevor ich dir glauben konnte,
Fügtest du hinzu: „Weißt du wieso?“
Ich bemerkte dein Grinsen und wusste
Sofort, egal was auch immer jetzt kommt,
Ich kann es nur toternst nehmen,
(Du bist total durch, nur mal so) und erwiderte:
„Warum?“ Mit einem hoffnungsvollen-
Vielleicht-kommt-da-ja-doch-noch-was-Unausgesprochenes-
Aus-dem-letzten-Kämmerchen-Ihres-Herzens


„Weil…: du weißt zu viel über mich“

Das hättest du auf einer Postkarte gelesen,
Und wenn du mir etwas mitgebracht hättest
Dann das. Diese Karte. Du wolltest sagen:
Du musst mit mir befreundet bleiben, damit ich dafür
Sorgen kann, dass du bloß nichts über mich ausplapperst.
Ich musste lachen, das geht gar nicht anders,
Mit dir zusammen. Denn sogar als man dir anvertraute
„Ich hab das Gefühl ich würd mein Leben lang neben mir stehen“
Blitzte bei dir der Schelm auf. Nach dem Motto:
„Na und? Und ich stehe hinter dir.“
So war das immer, ernst und ernster,
Direkt und direkter, bis es nicht mehr geht.
So sind wir. 

Doch weil ich diesen Spruch nicht so leicht
Auf mich sitzen lassen werde,
(Du weißt, es macht glücklicher, andere glücklich zu machen,
Anstatt von anderen glücklich gemacht zu werden, was auch immer
Das bedeutet, es macht mich jedenfalls überglücklich), 
Antworte ich dir heute in großem Stil,
Mit diesem ungereimt schlechten Gedicht, leider ohne Karte.
„Wir werden immer Freunde bleiben.“
Soweit, so gut, ganz altbekannt, noch nichts,
Was dich in Erstaunen versetzen könnte. Aber wart´s nur ab!
„Weißt du wieso?“ Wieso bloß? Wieso bloß?
Was will die nur von mir? Was hat sie jetzt schon wieder angestellt?
Wann lässt sie mich in Ruh`?
Ich weiß es genau, du wirst jetzt große Augen machen, gespannt auf
Mich blicken, deine Zähne zusammen beißen,
Und mein bezauberndes Geheimnis abwarten,
Das dir die Sprache verschlagen wird, dir die Sprache verschlagen muss!
Soll ich es dir wirklich sagen?

„Weil…: ich zu viel von dir weiß." 

Wie das soll´s gewesen sein?
Ja, ob du´s glaubst oder nicht. 
Weil ich so viel von dir weiß, weiß ich nämlich,
Dass ich dich immer liebe- Und was das Beste daran ist:
Ich möchte noch viel mehr von dir wissen :-)
So geht das. Ich glaube, ich habe gesiegt. Ganz ohne Siegen.
Oder, wie soll ich es adretter formulieren:
Das Mädchen hat Blut geleckt.
Pass bloß auf, was du machst. Sie verzehrt es.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Ratlos

Von allem was du in der Welt gesehen hast 
Wird dir dieses Rätsel am schwersten fallen
Du kannst Stunden daran sitzen
Tage, Wochen oder auch Jahrzehnte lang
Irgendwann wirst du dir eingestehen müssen
Dass du machen kannst, was du willst
Und genauso ratlos bist, wie am Anfang


Es ist verwunderlich
Wer Er ist


Dann, wenn du nach Seinem Namen fragst
Antwortet Er: Ich habe nur an dich gedacht


Es ist verwunderlich
Wie Er ist


Dann, wenn du nichts mehr sehen willst
Zeigt Er dir, was du nicht erträumen kannst


Verwunderlich
Woher Er kommt


Dann, wenn du dich selbst nicht lieben willst
Liebt Er dich mehr, als du verstehen kannst


Verwunderlich
Wie Er spricht

Dann, wenn dir die letzten Worte fehlen
Sagt Er dir mehr, als du erflehen kannst


Verwunderlich
Wohin Er geht


Erst dann, wenn du ganz verschwunden bist
Erwartet Er dich in Seiner Gegenwart


Diese Liebe wirst du nie verstehen
Denn sie ist nicht
Von dieser Welt


Dienstag, 2. September 2014

Hier

Jetzt hier und gerade
Hier und nirgendwo anders
Vor deinen Augen
Stehst du auf
Gehst auf den Zenit
Und bleibst
Jetzt hier und gerade
Vor deinen Augen
Und nirgendwo anders
Hörst du das Flackern stören
Den nackten Schmerz brennen
Die quälenden Blicke ziehen
Das hölzerne Lodern zerfallen
Schwer wie Blei
Und siehst das Ganze
Elend dabei
Jetzt hier und gerade
Vor deinem Willen
Vor deiner Zeit
Winkt dir dein Ich
Und beginnt hier zu weinen
Jetzt hier und gerade
Hier und nirgendwo anders
Schaust du auf sie hin
Und siehst Worte
Die in die lauteste Nacht
Hineingesprochen werden
Lauter, klarer, deutlicher
Als alles andere
Was du zuvor sahst
Was du zuvor gefühlt hast
Was du zuvor spürtest
Größer als jedes Atom
Als jede Bombe 
Als jeder Streit
Worte die sich niederbeugen
Worte die sich verneigen
Im Gebet
Die sich verlieren
Und sich vereinen
Die hier bleiben
Und nicht aufhören hier zu sein
Jetzt hier und gerade
Siehst du Tote lebendig werden
Rufer das Meer umtreiben
Aussätzige und Verwundete
Wachsend zu Kräften kommen
Weiße in die Steine meißeln
Das Gesicht mit Sand einreiben
Die ersten Schritte gehend, schweigen
Jetzt hier und gerade
Siehst du sie zu Ihm geleiten
Siehst du Ihn dabei
Wie Er sie zu sich nimmt
Fest am Arm packt
Und nicht mehr loslässt
Während du noch weinst
Wie Er sie zu sich führt
Sie mit Seinen Gaben überschüttet
Während du noch weinst
Hier und gerade
An diesem Ort
Siehst du diesen Raum
Größer werden
Diese Tage heller werden
Diese Körper leichter werden
Und diese Wahrheit stärker
Jetzt hier und gerade
Oder es ist aus mit Hier
Aus mit Jetzt
Und vorbei


Samstag, 10. Mai 2014

Verwandlung

Wenn du mir jenes 
Eine Herz so anvertraust
Wie diesen feinen Strauch
Kirschbaumblüten
Der zu mir geflogen kam

Der still vor meinen Füßen lag
Während der Wind tobte
Und die Äste gewaltsam zürnten

Wenn du es mir anvertraust
Während ich bereits fürchtete
Es würde in Strömen
Zu regnen beginnen
Obgleich es bloß leise nieselte

Wenn du mir jenes
Eine Herz so anvertraust
Wie seine gewaltigen Gebete
Die es sprach
Und seine geschärften Blicke
Die es sah
Und die Schritte eines Wanderers
In der Morgendämmerung
Die es beging
Wachsam und hell
Sanftmütig und stark

So kann ich es nicht annehmen

Sein Duft wäre zu lieblich
Sein Anblick zu erhaben
Sein Werden zu mächtig
Sein Dasein zu fremd

Ich müsste überlegen
Ob ich es behalten kann
Müsste überlegen
Ob es mich hemmt
Müsste überlegen
Ob mein Wasser genügt
Müsste überlegen
Ob ich selbst genüge

Wenn du mir aber jenes
Eine Herz 
So anvertraust
Als wäre es 
Mein Herz

Wenn du mir jenes
Eine Herz 
So anvertraust
Als würde ein Herz 
Mein Herz sein

Und ich denselben Atem spüre
Und dasselbe Klopfen fühle
Wie es zuvor gespürt

Wenn du mir jenes Herz
Zu meinem Herz werden lässt
Wenn du es mir gewährst
Eins zu sein mit jenem,
Dann, ja nur dann,
Möchte ich es annehmen

Dann möchte ich es nicht länger
Als ein Geschenk behandeln
Sondern als mein einzig Hab und Gut
Nicht mehr als Schatz allein
Sondern als Truhe, die um ihn ruht
Nicht als Anblick allein
Sondern als Auge,
Durch das es sieht und
Zu sehen besteht

Wenn du mir jenes Herz
So anvertraust, so bitte
Ich dich, O Allah:
Reinige mich, mich
Und dieses meine Herz,
Das du mir anvertraust


Sonntag, 6. April 2014

Das Klopfen an der Tür oder Gut, dass jemand größer ist als wir

Wenn ich Sie jetzt fragen sollte, was für Sie von allen Dingen auf der Welt am wichtigsten ist, was würden Sie antworten? Ich bin mir ziemlich sicher, die Antwort würde zu 99,99 % folgendermaßen ausfallen:  Menschen.  Irgendwelche Menschen, die Sie wertschätzen. Familienmitglieder, Freunde, Partner. Nachbarn. Sie wissen schon. Alles andere wäre gelogen. Selbst wenn Sie von materiellen Dingen sprechen, meinen Sie eigentlich etwas anderes. Sie meinen Anerkennung, Ansehen und Liebe. Und alles ist verknüpft mit Beziehungen. Sie sind ein soziales Wesen. Das ist so. Wäre es anders, würden Sie das hier nicht lesen.

Und wenn ich Sie jetzt frage, was die meisten Menschen, und Sie, an allen Religionen am meisten schätzen, dann würde auch hier eine Antwort mit großer Wahrscheinlichkeit alle anderen überbieten: Der ethische Kern jeder Religion, die Etablierung von Moral und Tugend, von universeller Liebe und Frieden. Alles aufgrund der Beziehung zu Gott. 

Zwei Antworten. Also sind wir uns einig. 

Worüber wir uns uneinig sind: Das soziale Wesen und sein asoziales Verhalten. Sie und Ihr Schatten. Kain und Abel. Alles auf Anfang.
  
Jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind unschuldig wie ein Kind. Sie wissen nichts von irgendwelchen Kriegen und Gewalt im Namen Gottes. Nichts, von der Legitimation frauenverachtender Traditionen, von Fanatismus und Ausgrenzung Andersgläubiger oder Nichtgläubiger. Sie verstehen nichts vom Theater der Politik hinter dem Vorhang kühl berechneter Machtspielchen. Sie verstehen nichts von Zurschaustellung und Selbstbetrug, von Doppelmoral und Heuchelei. Von Arroganz, Missvertrauen und Weißglut.

Sie sitzen jetzt gerade auf einem weißen Ledersessel, in Ihrer linken Hand ein Buch von Jostein Gaarder „Sofies Welt“ und in Ihrer rechten Hand „Der Heilige Quran“.

Sie dürfen die erste Entscheidung treffen. Nein, Sie müssen die erste Entscheidung treffen. Sonst wären Sie nicht hier.

A.) Sie lesen die ersten Zeilen von Sofies Welt.
B-) Sie lesen die erste Sure des Heiligen Quran.
C.) Sie lesen beides.

Wenn Sie sich für A.) entschieden haben, lesen Sie das hier:

„Sofie Amundsen war auf dem Heimweg von der Schule. Das erste Stück war sie mit Jorunn zusammen gegangen. Sie hatten sich über Computer unterhalten. Jorunn hielt das menschliche Gehirn für einen komplizierten Computer. Sofie war sich nicht sicher, ob sie da zustimmte. Ein Mensch mußte doch mehr sein als eine Maschine?“

Wenn Sie sich für B.) entschieden haben, lesen Sie das hier: 

„IM NAMEN ALLAHS, DES GNÄDIGEN, DES BARMHERZIGEN. 
ALLER PREIS GEBÜHRT ALLAH.
DEM HERRN DER WELTEN. 
DEM GNÄDIGEN. 
DEM BARMHERZIGEN. 
DEM MEISTER DES GERICHTSTAGES. 
DIR ALLEIN DIENEN WIR UND ZU DIR ALLEIN FLEHEN WIR UM HILFE. 
FÜHRE UNS AUF DEN GERADEN WEG.
DEN WEG DERER, DENEN DU GNADE ERWIESEN HAST.
DIE NICHT DEIN MISSFALLEN ERREGT HABEN UND DIE NICHT IRREGEGANGEN SIND.“

Sie haben also C) genommen. In Ihnen ist irgendetwas passiert. Was auch immer es ist, Sie dürfen aufatmen. Es folgt die zweite Entscheidung. Ja, Sie dürfen die zweite Entscheidung treffen. Jemand gegenüber von Ihnen möchte wissen, was Sie sein wollen. Sie haben zwei Wahlmöglichkeiten.

Entweder 
  
1.) Ein Computer

 Oder
     2.) Ein Mensch

Sie sind sich nicht sicher, was das Ganze soll. Also beantworten Sie die Frage lieber nicht. Vielleicht sind Sie überfordert, so etwas mag vorkommen.

Sie bleiben also sitzen. Es klopft an der Tür. 

Tock. Tock. 
Leise oder laut, egal wie eindringlich. Auf jeden Fall können Sie es nicht überhören. Dafür sitzen Sie zu nah dran.


Sie wissen nicht wer es ist und sind angespannt. Sie wissen nicht was Sie erwartet- Sie sind hin- und hergerissen, hin-und her, zwischen Neugier und Angst. Das ist gut so. Sie sind wohl doch kein Computer.

Sie zählen bis drei.
Sie haben die Freiheit.
Sie hatten schon immer die Freiheit, auch wenn die Freiheit manchmal kleiner schien als die Tür.
Aber sie war nie vollkommen verschwunden. Also.


Entweder Sie öffnen die Tür und lassen sich überraschen.
Oder Sie lassen die Tür zu.


Wenn Sie die Türe öffnen, kann es sein, dass Sie erschrecken.
Nein, ganz sicher sogar. Sie werden erschrecken.

Er ist größer und stärker, schöner und reicher, mächtiger und reiner, als alles was Sie gesehen haben.Gewaltiger, erhabener und heller. 
So hell, dass es weh tut.
So echt, dass Sie weinen müssen. 
So groß, dass Sie zittern.
Er ist einfach wunder, wunder, wunderschön.


Sie lassen die Tür zu.

Was ist, wenn Sie feststellen müssen, dass alles, ja absolut alles, und jeder Mensch, den Sie lieben, jede
Sache, die Sie prägt, von diesem Einen kommt? Diesem Einen, der hinter dieser Tür steht? 
Das alles zu diesem Einen geht?
Das alles von diesem Einen abhängt?
Das alles durch diesen Einen Frieden findet?


Würden Sie dann diese eine Tür öffnen?
Auch wenn es Ihr ganzes Leben verändern würde?


Ich glaube zu wissen, was Sie tun könnten.

Entweder Sie stehen auf und öffnen die Tür. Sie öffnen die Tür, wie ein verehrender Diener, ein absolut
Hingerissener. Öffnen die Tür, wie ein Wahrhaftiger die Tür öffnet, und denken nicht eine Sekunde
daran, die Augen zu schließen.


Oder Sie bleiben sitzen.
Bleiben sitzen, schließen die Augen und wünschten sich, Sie würden nie darüber nachgedacht haben,
warum Sie hier eigentlich sitzen.

Wünschten sich, das Klopfen der Türe vom Herzen zu trennen. Wünschten sich, ein Abbild zu sein,
bedeute, ein Urbild zu werden. Aber Sie können sich das wünschen solange Sie wollen.
Sie werden es erst wissen, wenn Sie es wirklich erlebt haben.
Und Sie werden es erst erleben, wenn Sie wirklich vor Ihm stehen.
Alles andere ist reine Fiktion.
Alles andere ist absolut tot.


Hör auf deinen Schlaf zu kalkulieren.
Hör auf deine Vieren zu verbreiten.
Hör auf deinen Feind zu eliminieren.

Du bist kein Computer, mein Lieber.


Es gibt immer etwas, das größer ist als wir.

Trau dich. 



Sonntag, 12. Januar 2014

Willentlich

Ich kann nichts festhalten
Ohne das Klirren
Des zu Boden gefallenen zu fürchten

Ich kann nicht Ich sein
Ohne dich in mir
Werdend gesehen zu haben

Ich kann nicht in mir lassen
Ohne den prüfenden Blick
Des Verlassenen zu kennen

Ich kann nicht aus mir heraus
Ohne in fiebriger Ehrfurcht
Des Verliebten zu verharren

Ich kann nicht geduldig sein
Ohne die Worte eines
Wärmend Reinen zu erwarten

Ich kann nicht milde sein
Ohne für mich selbst 
Strenge walten zu lassen

Ich kann die Nacht nicht heilen
Ohne die Schmerzen
Des Vermögens zu erahnen



Copyright Al-Hub

Montag, 2. Dezember 2013

ZwischendenZeilen

Zwischen den Zeilen
Heißt einen Vers auszuhalten

Und dort weiter zu lesen
Wo andere aufhören

Zwischen den Zeilen
Heißt hinzuschauen
Und sich bemerkbar machen
Wenn alle anderen
Schlafen
Sich aufzurichten
Wenn alle anderen stehen

Zwischen den Zeilen
Heißt auf sanften Sohlen
Die Treppe zu besichtigen
Die unbetreten
Um sie dann vielleicht wieder
Zu verlassen

Zwischen den Zeilen
Heißt das zu spüren
Was zwischen uns steht
Den dritten Raum zu denken
Den dritten Bruder zu sehen
Eine Ebene
Zu kommunizieren 
Sich nicht auszunehmen
Das Genommene selbst 
Zu
Sein zusammen 

Zwischen den Zeilen
Heißt das Ungesagte hören
Im Gesagtem
Das Unbedachte im
Bedachten 
Ein weißes Zelt

Zwischen den Zeilen
Heißt nicht immer
Aber an diesen Tagen
Stehen zu bleiben
Um sich umzublicken
Nichtdazuzugehören
Nichtzuzuhören
Wenn alle reden
Im Keim zu ersticken

Zwischen den Zeilen
Heißt manchmal
Aber an den meisten Tagen
Nichts zu schreiben
Um alles zu sagen
Seinen Schal zu tragen
Um nach Ihm zu duften 
Zwischen den Zeilen
Ist nichts geringeres
Als die Vereinigung
Mit diesen
Wenn man sie liest
Dann
Wenn man sie nicht
Mehr überlesen 
Kann



Samstag, 12. Oktober 2013

Berührung


Du trägst/ Einen Schlüssel in der Hand/ Und atmest schwer/ Du öffnest/ Die erste Türe/ Bemerkst nicht das zweite Tor/ Und stehst schon vor dem dritten/ Wenn es verschlossen ist/ Gehst du durch das Fenster/ Wenn das Fenster ungeöffnet ist/ Zerbrichst du das Glas/ Du hörst nicht auf/ Zu streben/ Wirst nicht müde/ Zu schreiten/ Hörst nicht auf/ Zu flehen/ Es gibt immer einen Winkel/ Immer einen Weg/ Eine Ordnung/ Immer ein Zeichen/ Und ein Gehen/ Das ungesehen ist/ Ungewöhnlich/ Unberührt/ Und nur darauf wartet/ Besucht zu werden/ Nur darauf wartet/ Uns zu überraschen/ Augen die nicht sehen können/ Halten diese Welt für Wasser/ Augen die nicht sehen können/ Leugnen Sein Palast aus Glas/ Augen die nicht sehen können/ Verwechseln seinen Teppich mit Wiese/ Und spüren nicht/ Wohin sie wandeln/ Worauf sie gehen/ Und was sie dort/ Verzaubertes sehen/ Laufe weiter/ Und berühre/ Berühre mit mir/ Wasser das reinigt/ Werke die wirken/ Und Menschen die fehlen



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Mittwoch, 11. September 2013

Zeichen der Gebetserhörung

1.   Nach dem Gebet ändern sich die Umstände in einer solchen Weise, dass man deutlich erkennen  kann, dass sich diese Veränderung nicht zufällig ereignete, sondern durch einen höheren und mächtigeren Willensakt herbeigeführt wurde.
2.  Durch das Gebet können Ziele erreicht werden, die durch eigene Anstrengungen allein  und ohne das Gebet nicht erreicht werden könnten.
3. Als Ergebnis des Gebetes entsteht eine derartige Zusammenballung von außergewöhnlichen Umständen, deren Fülle uns nicht mehr erlaubt, sie als zufälliges Zusammentreffen zu bezeichnen.
4.   Sehr oft erfährt ein Betender durch Offenbarung oder durch Eingebung im Voraus, dass seine Gebete angenommen wurden.Nach dieser etwas voraussagenden Nachricht von Gott, kann es sich bei dem später eintreffenden Ergebnis nicht um einen Zufall handeln.         
Vgl. Hazrat Mirza Baschirud-Din Mahmud Ahmad (ra): Hasti Bari Taala , Vol 6, Anwarul 'Ulum  Seite D.108                                                                                   
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