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Mittwoch, 17. September 2014

Die Maske des Predigers

"Wie gefährlich ist der Zustand einer Religion, die voll von so viel Übel ist, und deren angeblich religiöse Führer, anstatt in Gehorsam den Geboten ihres Gewissens zu folgen, ihren sinnlichen Begierden folgen und Anderen ihre eigenen irrigen Ansichten als heilige, von Gott und Seinen Propheten gelehrte Doktrin andrehen? Sie sind verantwortlich für die Sünden, die die unwissenden Muslime im Namen des Islam begehen. Das sind Wölfe im Schafspelz, welche die Menschen betrügen. Sie handeln wie Gift und behaupten, ein Gegenmittel zu sein. Sie sind Feinde der Schöpfung Gottes und des Islam. Ihre Herzen sind ohne Anstand und Sympathie, aber sie verbergen sich. 

Sie setzen die Maske des Predigers auf, aber tragen sichtbar die Nachgiebigkeit gegenüber ihren eigenen sinnlichen Begierden. Sie betreten die Moscheen wie Heilige, aber ihre Sinnesart ist schwarz von teuflischen Taten. Diese ehrlosen Gestalten sind nicht begrenzt auf ein einzelnes Land oder eine Stadt oder eine Sekte, sondern man kann sie in jedem islamischen Land finden. 
Sie sind angeblich die religiösen Führer der Menschen und Erklärer der Lehren ihrer Religion. Sie nennen sich Maulvis und setzen eine fromme Miene auf, so dass sie als gottesfürchtige Männer gelten. Ihre Taten jedoch enthüllen ihren wahren Charakter. Sie wollen nicht, dass wahre Rechtschaffenheit und echte Sympathie in der Welt verbreitet werden, denn sie sehen dies als einen Verlust für sich selbst an. Kurzum, der Weg des Islam ist durch zahlreiche Schwierigkeiten blockiert. Die meisten Seelen sind wie tot und nicht empfänglich für den Ruf der Tugend. Der goldene Mittelweg, den der Islam als die führende Regel des Lebens lehrte, wurde aufgegeben, und Muslime übernahmen extreme Verhaltensweisen."

Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, Friede sei auf ihm, der Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat und Reformer und Verheißene Messias dieser Zeit 

aus: Befreiung von der Sünde, Frankfurt 2012, S.39ff. siehe auch: http://www.ahmadiyya.de/bibliothek/art/befreiung-von-der-suende/


Dienstag, 2. September 2014

Hier

Jetzt hier und gerade
Hier und nirgendwo anders
Vor deinen Augen
Stehst du auf
Gehst auf den Zenit
Und bleibst
Jetzt hier und gerade
Vor deinen Augen
Und nirgendwo anders
Hörst du das Flackern stören
Den nackten Schmerz brennen
Die quälenden Blicke ziehen
Das hölzerne Lodern zerfallen
Schwer wie Blei
Und siehst das Ganze
Elend dabei
Jetzt hier und gerade
Vor deinem Willen
Vor deiner Zeit
Winkt dir dein Ich
Und beginnt hier zu weinen
Jetzt hier und gerade
Hier und nirgendwo anders
Schaust du auf sie hin
Und siehst Worte
Die in die lauteste Nacht
Hineingesprochen werden
Lauter, klarer, deutlicher
Als alles andere
Was du zuvor sahst
Was du zuvor gefühlt hast
Was du zuvor spürtest
Größer als jedes Atom
Als jede Bombe 
Als jeder Streit
Worte die sich niederbeugen
Worte die sich verneigen
Im Gebet
Die sich verlieren
Und sich vereinen
Die hier bleiben
Und nicht aufhören hier zu sein
Jetzt hier und gerade
Siehst du Tote lebendig werden
Rufer das Meer umtreiben
Aussätzige und Verwundete
Wachsend zu Kräften kommen
Weiße in die Steine meißeln
Das Gesicht mit Sand einreiben
Die ersten Schritte gehend, schweigen
Jetzt hier und gerade
Siehst du sie zu Ihm geleiten
Siehst du Ihn dabei
Wie Er sie zu sich nimmt
Fest am Arm packt
Und nicht mehr loslässt
Während du noch weinst
Wie Er sie zu sich führt
Sie mit Seinen Gaben überschüttet
Während du noch weinst
Hier und gerade
An diesem Ort
Siehst du diesen Raum
Größer werden
Diese Tage heller werden
Diese Körper leichter werden
Und diese Wahrheit stärker
Jetzt hier und gerade
Oder es ist aus mit Hier
Aus mit Jetzt
Und vorbei


Montag, 3. Februar 2014

Ungläubig

Du siehst aber nicht
Collage by Al-Hub
Aus wie ein Muslim!
Stutzte der Konvertit
Ungläubig
Eine westliche Hose
Ein westliches Hemd
Eine unfestliche Weste
Und ein unsteter Trend
Über Haupt und Bart
Und das restliche Haar
Imitierend ungekämmt
Exegetisch ungehemmt 
Ich bin ein richtiger Muslim 
Sollte das eigentlich heißen
Dachte er und übersetzte
Für sich tückisch leise
Und du bist entweder
Unrichtig oder urrichtig
Falsch oder zumindest eine
Böse Version von Musils
Muselmann ohne Eigen-
Schaften, der Echtheit zu
Fremd oder des Ursprungs
Zu alt
Du siehst nicht aus wie war
Um es politisch zu deuten
Nichts andres als der erste Teil
Eines Psychogramms
Der Urgesellschaft
Du sagst, du siehst nicht aus,
Und siehst dich selbst 
Dabei an; du oder man 
Sieht es dir an
Wie sollte denn ein Muslim
Aussehen? sagte er dann doch laut
Und damit in anderen Worten
Schnurstracksgeraderaus
Wie siehst du denn aus?
Das Gegenüber war irritiert
Aber nicht dumm
Es blieb zunächst ruhig
Und drehte sich dann um
Schrieb die Antwort auf
Ein Blatt Papier in seinem
Eigenen Arabisch, das keiner
Verstand, außer vielleicht
Musil und sein Muselmann:
Jede Gesellschaft
Bekommt die Fragen
Die es verdient
Wir können uns
Selbst nicht ansehen
Wenn wir nicht 
Aussprechen können
Was wir in uns sehen
Und können selbst
Nicht in uns sehen
Was wir sind
Wenn wir 
Unsere eigenen 
Schriften 
Nicht verstehen