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Mittwoch, 23. Juli 2014

Abgesägter Ast


Passt wie die Faust aufs Auge zum derzeitigen Nah-Ost-Konflikt:   „Wenn ein Volk das andere aus Egoismus, Hochmut oder Eitelkeit erniedrigt, so wird es auch selbst nicht der hieraus folgenden Schande entkommen. Sofern ein Volk es unterlässt, seinem Nachbarn mit Anteilnahme zu begegnen, wird es selbst auch die negativen Auswirkungen dieser Gleichgültigkeit ertragen müssen. Jeder unter Euch, der über die Vernichtung des anderen Volkes nachsinnt, gleicht demjenigen, der den Ast absägt, auf dem er sitzt. Durch den Segen Allahs haben Sie Bildung erlangt. Daher ist es jetzt erforderlich, Groll zu meiden und die gegenseitige Liebe zu fördern. Ihre Vernunft sollte gebieten, die Achtlosigkeit aufzugeben und eine Haltung des Mitgefühls und der Sympathie anzunehmen. Die Härten dieser Welt sind wie eine Reise durch die Wüste, die unter der sengenden Sonne angetreten wird. Für diesen beschwerlichen Weg wird das kühlende Wasser der Einigkeit, welches das brennende Feuer zum Erkalten bringt und bei Durst vor dem Tod bewahrt, benötigt. In heiklen Zeiten wie dieser, in der beide Völker den Frieden dringend benötigen, ruft Sie der Verfasser zur Versöhnung auf.“ 

Hazrat Mirza Ghulam Ahmad (as), in: Botschaft der Versöhnung, S. 21 
(siehe auch http://www.ahmadiyya.de/bibliothek/art/botschaft-der-versoehnung/)

Montag, 3. Februar 2014

Ungläubig

Du siehst aber nicht
Collage by Al-Hub
Aus wie ein Muslim!
Stutzte der Konvertit
Ungläubig
Eine westliche Hose
Ein westliches Hemd
Eine unfestliche Weste
Und ein unsteter Trend
Über Haupt und Bart
Und das restliche Haar
Imitierend ungekämmt
Exegetisch ungehemmt 
Ich bin ein richtiger Muslim 
Sollte das eigentlich heißen
Dachte er und übersetzte
Für sich tückisch leise
Und du bist entweder
Unrichtig oder urrichtig
Falsch oder zumindest eine
Böse Version von Musils
Muselmann ohne Eigen-
Schaften, der Echtheit zu
Fremd oder des Ursprungs
Zu alt
Du siehst nicht aus wie war
Um es politisch zu deuten
Nichts andres als der erste Teil
Eines Psychogramms
Der Urgesellschaft
Du sagst, du siehst nicht aus,
Und siehst dich selbst 
Dabei an; du oder man 
Sieht es dir an
Wie sollte denn ein Muslim
Aussehen? sagte er dann doch laut
Und damit in anderen Worten
Schnurstracksgeraderaus
Wie siehst du denn aus?
Das Gegenüber war irritiert
Aber nicht dumm
Es blieb zunächst ruhig
Und drehte sich dann um
Schrieb die Antwort auf
Ein Blatt Papier in seinem
Eigenen Arabisch, das keiner
Verstand, außer vielleicht
Musil und sein Muselmann:
Jede Gesellschaft
Bekommt die Fragen
Die es verdient
Wir können uns
Selbst nicht ansehen
Wenn wir nicht 
Aussprechen können
Was wir in uns sehen
Und können selbst
Nicht in uns sehen
Was wir sind
Wenn wir 
Unsere eigenen 
Schriften 
Nicht verstehen
 



Dienstag, 13. August 2013

Größer als

Erzähle mir von jener Lehre
Die dir Vervollkommnung verheißt
Erzähle mir von jener Zierde
Die dich Ganzheit lehrt
Du sagtest mir es sei Heilung
Doch ich fürchte mich
Ich dünkte ich sehe dich kommen
Doch ich sehe dich nicht

Höre: Ich antworte dir an einem Morgen
Wenn der Tag am jüngsten ist
Wenn der Tau auf den Bäumen liegt
Alles einsam ist und niemand flüstert
Alles still ist und niemand lauscht
Wenn du hellwach bist
Heller als der hellste Stern
Wenn du klar sehen kannst
Und du genau hinsiehst 
Ganz genau
Sieh hin

Du spürst den Tau 
Du hörst wie ein Blatt fällt
Du atmest die Luft
Die in der Hemisphäre schwebt  
Es ist, als wärst du der Tau
Es ist, als wärst du das fallende Blatt
Es ist, als wärst du die schwebende Luft
Das wallende Kleid eines Fremden
Und doch bist du hier
Und nirgends anders gewesen
Hast dich nie entfernt
Warst nie versunken
Du bist unvollkommen
Und doch vollkommen 
In der Liebe 
Zur Vollkommenheit

Erst wenn etwas größer ist
Kann Erkenntnis funktionieren
Erst wenn etwas verborgen ist
Kann es sichtbar werden
Wenn etwas immer größer bleibt
Kann etwas anderes ständig wachsen
Dein Mangel 
Dein Streben
Dein Gebet
Ist Voraussetzung
Ist Wegbereiter 
Zur Schärfung deiner Sinne
Zur Einswerdung mit Ihm

Schau es dir genau an
Schau es dir genau an
Du wirst keinen Fehler finden
Keinen Widerspruch
Keine Spaltung
Nichts das fehlt
Weil alles eins ist
Weil alles, das dir gehört
Nicht dir gehört
Und doch dir gehört
Alles fällt auf dich zurück
Und ist noch nie gefallen

Wir schöpfen aus unserem Schöpfer
Sterben und werden lebendig und
Sterben wieder einen weiteren Tod
Um aus diesem neu zu erwachen
Alle Hoffnung auf Leben
Alle Hoffnung auf Zufriedenheit
Alle Hoffnung auf Freiheit
Alle Hoffnung auf Klarheit
Liegt in jener Größe verborgen

Keine Kraft und Macht der Welt
Kann jene Größe schmälern
Keine Kraft und Macht der Welt
Kann jenen Blick krümmen
Wenn er spricht "Sei!!
Dann ist es und es wird sein
Als sei es nie anders gewesen

Solltest du immer noch zweifeln
So zweifle
Es wird mir nicht schaden
Und kann dir nichts nützen
Doch wenn du siehst
Was ich sehe
Dann vergieße Tränen 
Weine
Weine aus Dankbarkeit
Sie werden dir nicht schaden
Und uns beiden nützen

Das ist Heilung.

Copyright Al-Hub