Posts mit dem Label Gott werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gott werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Ratlos

Von allem was du in der Welt gesehen hast 
Wird dir dieses Rätsel am schwersten fallen
Du kannst Stunden daran sitzen
Tage, Wochen oder auch Jahrzehnte lang
Irgendwann wirst du dir eingestehen müssen
Dass du machen kannst, was du willst
Und genauso ratlos bist, wie am Anfang


Es ist verwunderlich
Wer Er ist


Dann, wenn du nach Seinem Namen fragst
Antwortet Er: Ich habe nur an dich gedacht


Es ist verwunderlich
Wie Er ist


Dann, wenn du nichts mehr sehen willst
Zeigt Er dir, was du nicht erträumen kannst


Verwunderlich
Woher Er kommt


Dann, wenn du dich selbst nicht lieben willst
Liebt Er dich mehr, als du verstehen kannst


Verwunderlich
Wie Er spricht

Dann, wenn dir die letzten Worte fehlen
Sagt Er dir mehr, als du erflehen kannst


Verwunderlich
Wohin Er geht


Erst dann, wenn du ganz verschwunden bist
Erwartet Er dich in Seiner Gegenwart


Diese Liebe wirst du nie verstehen
Denn sie ist nicht
Von dieser Welt


Montag, 4. August 2014

Verschwinden



das Leben steckt voller Überraschungen/ sahst du bis eben noch das Flugzeug/ am tiefseeblauen Himmel balancieren/ zwischen all den Zitadellen und Libellen/ einen Pfad im Weltall/ entlang der Nabelschnur durchschlängeln/ weit weg dort oben/ unnahbar/ und vergesslich/ klein wie dein mittelloser Finger/  stark wie der große Zeh/ hörtest du sie hier bis eben noch/ wie Wachhunde bellen/ oder als Liebende verschwinden / sitzt du heute schon selbst im Flieger/ winkst mit den Händen am Fenster/ auf Mission/ dein Ich zu überwinden/in größter Gefahr/ dich für immer und ewig/ mit Derwischen zu verbinden/ das tägliche Versprechen/ der undurchschaubaren Route/ auf ewig zu vertrauen/ dich mit deinem Vogel zu vermählen/ Leben/ im Verschwinden zu verweilen/ jede andauernde Langmut/ ist ein Meilenstein/ für die Beschauer unten/ sie erspähen/ deinen Weg abseits von/ unten und oben/ klein und groß/ drunter und drüber/an Bord mit edlen Schatzmeistern/ die sich als Spiegelbild begegnen/ und unter die Lupe nehmen/ hautnah und verletzlich/ wie Könige und Kriegsveteranen/ Zeugnisse sammelnd/ wartend/ auf einen Platz/auf der immergrünen Landebahn/ um für die nächste Reise gewappnet zu sein/ Leben/ du kannst sie unten Modellflugzeuge/ in die Lüfte heben sehen/ während du im Traume/ deine Augen öffnest/ und den kühlen heißen Wind abtastest/ der nichts als Frieden schreit/ nichts als Frieden/ Frieden/ Frieden/ Frieden/ es ist voll/ voller Überraschungen/ du weißt nie / wann du für denselben Atem/ mehr geben musst/ mehr tragen musst/ als gestern/ und doch/ ist es nicht dein Atem/ der dich leben lässt/ Mondlichtscheinwerfer leuchten auf/ am Firmament/ hast du dich verloren/ und nichts als Sterne/ sollst du finden/ deinen Tod hast du begossen/ und nichts als Leben/ wirst du ernten/ das ist und bleibt/ die aller größte Überraschung im/ Leben



Samstag, 10. Mai 2014

Verwandlung

Wenn du mir jenes 
Eine Herz so anvertraust
Wie diesen feinen Strauch
Kirschbaumblüten
Der zu mir geflogen kam

Der still vor meinen Füßen lag
Während der Wind tobte
Und die Äste gewaltsam zürnten

Wenn du es mir anvertraust
Während ich bereits fürchtete
Es würde in Strömen
Zu regnen beginnen
Obgleich es bloß leise nieselte

Wenn du mir jenes
Eine Herz so anvertraust
Wie seine gewaltigen Gebete
Die es sprach
Und seine geschärften Blicke
Die es sah
Und die Schritte eines Wanderers
In der Morgendämmerung
Die es beging
Wachsam und hell
Sanftmütig und stark

So kann ich es nicht annehmen

Sein Duft wäre zu lieblich
Sein Anblick zu erhaben
Sein Werden zu mächtig
Sein Dasein zu fremd

Ich müsste überlegen
Ob ich es behalten kann
Müsste überlegen
Ob es mich hemmt
Müsste überlegen
Ob mein Wasser genügt
Müsste überlegen
Ob ich selbst genüge

Wenn du mir aber jenes
Eine Herz 
So anvertraust
Als wäre es 
Mein Herz

Wenn du mir jenes
Eine Herz 
So anvertraust
Als würde ein Herz 
Mein Herz sein

Und ich denselben Atem spüre
Und dasselbe Klopfen fühle
Wie es zuvor gespürt

Wenn du mir jenes Herz
Zu meinem Herz werden lässt
Wenn du es mir gewährst
Eins zu sein mit jenem,
Dann, ja nur dann,
Möchte ich es annehmen

Dann möchte ich es nicht länger
Als ein Geschenk behandeln
Sondern als mein einzig Hab und Gut
Nicht mehr als Schatz allein
Sondern als Truhe, die um ihn ruht
Nicht als Anblick allein
Sondern als Auge,
Durch das es sieht und
Zu sehen besteht

Wenn du mir jenes Herz
So anvertraust, so bitte
Ich dich, O Allah:
Reinige mich, mich
Und dieses meine Herz,
Das du mir anvertraust


Montag, 16. Dezember 2013

German Schlagabtausch

Der Prüfer schweigt während der Prüfung seines Prüflings. Herauszufinden, was er prüft und wie er spricht, schadet aber nicht.

Man konnte seine Wirkung nie gänzlich verfehlen. Es mag massig Missverständnisse geben auf dieser weiten Hemisphäre, vier Botschaften einer Nachricht und lauter Nonsens, kleinkarierte Cartoons im Großformat und liebevolle verhunzte Versionen einer Vision. Aber der ursprünglich beabsichtigte Sinn und Zweck bleibt selten völlig verborgen. Also lässt du nichts unversucht. Selbst wenn dir die Personifizierung der Ignoranz selbst den Rücken kehrt, du würdest weiter so fortfahren wie zuletzt. Du würdest ihr begegnen und ihr direkt und unverfangen in die Augen schauen. Es ist ein Ausdruck ihrer Identität, dass sie dich leugnet. Sie wies wie immer deinen Blick ab, sah weg. Aber das war dir egal. Du würdest nicht wegschauen. Ganz im Gegenteil: noch inniger, noch dreister, noch konzentrierter. Geradeaus, straightforward. Beinahe stur. Vielleicht penetrant. 

Nur...was sollte es schon ändern, würde sie dich kurz anschauen? Wenn sie nicht hinsehen möchte, lass sie einfach sein, lass sie, wie sie ist- Selbstgefällig im Alleingang. Lüge bleibt Lüge, auch wenn man ihr die Schlagader durchtrennt.  

Und doch konnte sie es nicht. Ihren eigenen kühlen Atem spüren und das mechanische Herzklopfen der Anderen, die Unruhe im Nachbarn und den Frieden in ihr. Wie könnte sie das tun? Nicht hinzuschauen, nur weil der Andere wegschaute? Du kannst deine Wirkung nicht gänzlich voraussehen, Ignoranz. Es gibt immer etwas größeres, das hinter dir steht. Nicht zu fragen, weil der Andere nicht antwortete, nichts anzubieten, weil der Andere zu stolz war, es anzunehmen. Das hieße: nicht zu lieben, weil der Andere deine Liebe nicht erwidert. Aber du kannst mir nicht verbieten dich zu lieben. Du kannst mir nicht verbieten dich anzureden, selbst wenn es dir missfällt. Mach was du willst, schlag mir ins Gesicht. Es gibt immer einen Schlag, der dich selbst stärker verletzen wird, als deinen Gegner. Response needs no response. But no response needs response. Wahrheit bleibt Wahrheit, auch wenn man ihr die Schlagader durchtrennt. Du möchtest ihre Augen treffen. Möchtest das durchdringen, was für immer den Rückzug angekündigt hat? Was war das für ein Blick in dir? Muss da nicht einiges schief gelaufen sein, dass diese Nähe bedrohlicher zu sein scheint, als der Anblick eines verruchten Banditen? Und sogar dieser wird nicht bloß gemieden, sondern gejagt und verhört. 

Identität ist nicht nur das, was jetzt ist. Identität ist nicht aktual. Du bist heute, auch morgen- Das was du sein kannst. Du bleibst du, auch wenn du alt wirst. Das Potenzial deines Wesens kannst du nicht kennen. Du darfst es nicht kennen. Sonst würdest du erschrecken.

Sie war bestimmt unglaublich dreist und absolut weltfremd. Unglaublich naiv und total besessen. Aber eines war ihr klar. Wenn auch zu viel Nähe Angst machen kann - keine Nähe macht Lügen.

 
Copyright Al-Hub

Montag, 2. Dezember 2013

ZwischendenZeilen

Zwischen den Zeilen
Heißt einen Vers auszuhalten

Und dort weiter zu lesen
Wo andere aufhören

Zwischen den Zeilen
Heißt hinzuschauen
Und sich bemerkbar machen
Wenn alle anderen
Schlafen
Sich aufzurichten
Wenn alle anderen stehen

Zwischen den Zeilen
Heißt auf sanften Sohlen
Die Treppe zu besichtigen
Die unbetreten
Um sie dann vielleicht wieder
Zu verlassen

Zwischen den Zeilen
Heißt das zu spüren
Was zwischen uns steht
Den dritten Raum zu denken
Den dritten Bruder zu sehen
Eine Ebene
Zu kommunizieren 
Sich nicht auszunehmen
Das Genommene selbst 
Zu
Sein zusammen 

Zwischen den Zeilen
Heißt das Ungesagte hören
Im Gesagtem
Das Unbedachte im
Bedachten 
Ein weißes Zelt

Zwischen den Zeilen
Heißt nicht immer
Aber an diesen Tagen
Stehen zu bleiben
Um sich umzublicken
Nichtdazuzugehören
Nichtzuzuhören
Wenn alle reden
Im Keim zu ersticken

Zwischen den Zeilen
Heißt manchmal
Aber an den meisten Tagen
Nichts zu schreiben
Um alles zu sagen
Seinen Schal zu tragen
Um nach Ihm zu duften 
Zwischen den Zeilen
Ist nichts geringeres
Als die Vereinigung
Mit diesen
Wenn man sie liest
Dann
Wenn man sie nicht
Mehr überlesen 
Kann



Freitag, 22. November 2013

Verlorenes Eigentum

Wie glücklich ist derjenige, der etwas verloren Geglaubtes wiederfindet? Wie viel Freude bereitet ihm ein kurzer Blick, selbst eine Spur der Existenz des Gesehenen? Warum also sollten wir Angst haben vor dem Fremdartigen? Vielleicht gehört es zu uns, ohne das wir es ahnen. Alles Wissen ist das verlorene Eigentum eines Menschen - Wer meint alles zu kennen, merkt erst was ihm fehlt, wenn er es findet.


"Der Islam hat fremdartig angefangen, und er wird fremdartig wiederkehren, wie er angefangen hat. Wohl den Fremdartigen, die das wieder ins Leben rufen, was die Leute nach mir von meiner Glaubenspraxis vernachlässigt haben." Ausspruch des Propheten Muhammad, Allahs Frieden und Segnungen seien auf Ihm



Hadith in: Von der Sunna des Propheten, Köln 1994, S. 272; 2. Auflage, aus dem Arabischen von M. Ibn Rassoul

 
Copyright Al-Hub

Samstag, 12. Oktober 2013

Berührung


Du trägst/ Einen Schlüssel in der Hand/ Und atmest schwer/ Du öffnest/ Die erste Türe/ Bemerkst nicht das zweite Tor/ Und stehst schon vor dem dritten/ Wenn es verschlossen ist/ Gehst du durch das Fenster/ Wenn das Fenster ungeöffnet ist/ Zerbrichst du das Glas/ Du hörst nicht auf/ Zu streben/ Wirst nicht müde/ Zu schreiten/ Hörst nicht auf/ Zu flehen/ Es gibt immer einen Winkel/ Immer einen Weg/ Eine Ordnung/ Immer ein Zeichen/ Und ein Gehen/ Das ungesehen ist/ Ungewöhnlich/ Unberührt/ Und nur darauf wartet/ Besucht zu werden/ Nur darauf wartet/ Uns zu überraschen/ Augen die nicht sehen können/ Halten diese Welt für Wasser/ Augen die nicht sehen können/ Leugnen Sein Palast aus Glas/ Augen die nicht sehen können/ Verwechseln seinen Teppich mit Wiese/ Und spüren nicht/ Wohin sie wandeln/ Worauf sie gehen/ Und was sie dort/ Verzaubertes sehen/ Laufe weiter/ Und berühre/ Berühre mit mir/ Wasser das reinigt/ Werke die wirken/ Und Menschen die fehlen



Copyright Al-Hub

Mittwoch, 11. September 2013

Zeichen der Gebetserhörung

1.   Nach dem Gebet ändern sich die Umstände in einer solchen Weise, dass man deutlich erkennen  kann, dass sich diese Veränderung nicht zufällig ereignete, sondern durch einen höheren und mächtigeren Willensakt herbeigeführt wurde.
2.  Durch das Gebet können Ziele erreicht werden, die durch eigene Anstrengungen allein  und ohne das Gebet nicht erreicht werden könnten.
3. Als Ergebnis des Gebetes entsteht eine derartige Zusammenballung von außergewöhnlichen Umständen, deren Fülle uns nicht mehr erlaubt, sie als zufälliges Zusammentreffen zu bezeichnen.
4.   Sehr oft erfährt ein Betender durch Offenbarung oder durch Eingebung im Voraus, dass seine Gebete angenommen wurden.Nach dieser etwas voraussagenden Nachricht von Gott, kann es sich bei dem später eintreffenden Ergebnis nicht um einen Zufall handeln.         
Vgl. Hazrat Mirza Baschirud-Din Mahmud Ahmad (ra): Hasti Bari Taala , Vol 6, Anwarul 'Ulum  Seite D.108                                                                                   
Copyright Al-Hub