"Der Islam hat fremdartig angefangen, und er wird fremdartig wiederkehren,
wie er angefangen hat. Wohl den Fremdartigen, die das wieder ins Leben rufen,
was die Leute nach mir von meiner Glaubenspraxis vernachlässigt haben." Ausspruch des Propheten Muhammad, Allahs Frieden und Segnungen seien auf Ihm
Freitag, 22. November 2013
Verlorenes Eigentum
Wie glücklich ist derjenige, der etwas verloren Geglaubtes wiederfindet? Wie viel Freude bereitet ihm ein kurzer Blick, selbst eine Spur der Existenz des Gesehenen? Warum also sollten wir Angst haben vor dem Fremdartigen? Vielleicht gehört es zu uns, ohne das wir es ahnen. Alles Wissen ist das verlorene Eigentum eines Menschen - Wer meint alles zu kennen, merkt erst was ihm fehlt, wenn er es findet.
Samstag, 19. Oktober 2013
Willkommen in meiner Parallelwelt!
Stell dir vor, du kommst aus einer gut-situierten deutschen mittelständischen Familie, studierst Islamwissenschaften oder was ähnlich exotisch Anmaßendes, besuchst von Zeit zu Zeit bildungsaffine Studienzirkel und Tagungen, reist gelegentlich im Rahmen einer Exkursion ins Ausland oder in eine neue Stadt und beherrschst neben deiner Muttersprache Grundlegendes einiger Fremdsprachen, wie Arabisch und Urdu. Wunderbar, nicht wahr? Die Gesellschaft erfreut sich deines Lebensweges, du wirst als Kosmopolit wahrgenommen, als open minded, als mündiges Individuum, das die Gesellschaft positiv mitgestalten und bereichern will. Du bist relevant. Und jetzt machen wir mal einen Bruch.
Du bist irrelevant.
Du bist dieselbe
Person, kommst aber aus einer Familie mit Migrationshintergrund, hast mindestens
vier bis fünf Geschwister, musst darauf achten, dass du deinen Eltern nicht zur
Last fällst, herausfinden welcher Arbeitgeber dich mit Kopftuch nimmt und dich rechtfertigen,
warum du etwas mit Religion studierst
(da du das Klischee a priori erfüllst und nichts Nützliches werden kannst).
Deine Fremdsprachen werden als Muttersprachen wahrgenommen; wenn es sein muss als nett, aber überflüssig. Deine Selbstentfaltung gilt als bloßer Konformismus, deine
Präsenz in der Öffentlichkeit als Provokation und dein Engagement als
obligatorisches politisches Statement, zur Abgrenzung von Fanatismus oder der religiösen
Unterwanderung des deutschen Rechtsstaats.
Du bist, überspitzt, in erster Linie
funktional. Was zählt ist nicht dein Wert, sondern dein Mehrwert. Du musst nützlich
sein und ob du nützlich bist, bestimmst nicht du selbst, sondern jemand
Anderes. Die Gesellschaft zum Beispiel. Oder dein Arbeitgeber.
Erst kürzlich
duftest du, Variante Nummer 2. deines Selbst, bei einem irischen, migranten-
und kopftuchfreundlichen Modeunternehmen, aushelfen. Hier ist es sogar egal ob du Deutsch sprichst, Englisch reicht aus.
Damit das Unternehmen Kosten spart, zahlt es keine Berufskleidung. Du trägst deine
eigene unfreiwillige Uniform, von Kopf bis Fuß schwarz. Zusammen mit anderen
ausländischen Studenten arbeitest du als Teil eines "Blitzteams" in verschiedenen Abteilungen. Du faltest und sotierst beinahe ununterbrochen billige Kleidung, wahrscheinlich
Kinderarbeit, die immer wieder von den Kunden auf den Boden geschmissen wird. Acht
Stunden lang. Eine Gabe ist eine Aufgabe, schrieb Käthe
Kollwitz. Nur was ist, wenn deine Gabe nicht deine Aufgabe bestimmt, sondern deine Aufgabe deine Gabe?
Wenn du nicht gründlich
genug arbeitest, bekommst du es nämlich mit der bösen Fratze des Kapitalismus zu tun. Früher schien sie fast ausschließlich männlich. Heute ist es eine Frau, die dich anmahnt:
„Es geht uns nur um die Zahl. Ihr seid austauschbar. Wenn ihr nicht schnell
genug arbeitet, gibt es genug andere Leute, die eure Arbeit übernehmen können!“
Doch so schwarz
gekleidet können wir dich nicht stehen lassen, Variante 2. deines Selbst. Du
bist immer noch dieselbe Person. Du besuchst eine religionsphilosophische Tagung
über das Spannungsverhältnis von Vernunft und Glaube im Rahmen deines Studiums
und siehst, wie eine wildfremde Frau auf dich zu läuft „Freut mich riesig,
hier auch einmal eine Kopftuchfrau zu sehen! Ich hab mich schon immer gefragt,
warum die nicht kommen! Schön Sie zu sehen! Ich freu mich so Sie zu sehen,
dass ich Sie unbedingt umarmen möchte!“ und Wusch! beginnt sie dich zu umarmen.
Nun denn, als der Professor ein wenig später über die Freiheit des Wesen Gottes referiert
und Probleme damit hat, diese mit der Güte Gottes zu vereinen („Wie
kann Gott frei sein, wenn er nicht anders denn gut handeln kann?“) meldest du
dich zu Wort, während die Anderen schweigen. Du erzählst, dass der Gott im Koran sich
selbst Barmherzigkeit vorschreibt, frei entscheidend, und löst die Spannung auf.
Der Dozent ist überrascht: „Das steht im Koran?“. Mehrere Tagungsteilnehmer
sprechen dich im Laufe der Tagung an, dass sie sich freuen, dich, eine Muslimin
zu sehen. Jemand beneidet die Leidenschaft der Muslime für
den Glauben. Die Christen seien feige
geworden und lasch in ihren Statements gegen die gefährlichen Ausprägungen des Zeitgeistes.
Muslime sind mutig? Muslime sind leidenschaftlich? Das Du beginnt.
Du lobst einen Vortrag
zur analytischen Religionsphilosophie und wirst indirekt kritisiert: „Wenn ich
richtig informiert bin, ist es im Islam verboten seine Religion zu hinterfragen.“
Du antwortest „Da sind Sie aber falsch informiert.“ und siehst wie sie beschämend
zurückschreckt und die Medien verantwortlich macht. Plötzlich wirst du fortwährend als Expertin für den Islam
zu Rate gezogen. Der Dozent schaut dich an und sagt: „ Früher haben die
Christen Muslime und Juden als Gesprächspartner nicht ernst genommen, aber
endlich sind wir soweit, dass wir voneinander lernen können. Ich habe zum
Beispiel von Ihnen gelernt.“ Er bedankt sich bei dir. Das hast du gerne gemacht! Wirklich!
Willkommen und Wasalam. Du bist und bist es nicht. In deiner Welt.
Sprich: „O Volk der Schrift (Bibel),
kommt herbei zu einem Wort, das gleich ist zwischen uns und euch: dass
wir keinen anbeten denn Allah und dass wir Ihm keinen Nebenbuhler zur
Seite stellen und dass nicht die einen unter uns die anderen zu Herren
nehmen statt Allah.“ Doch wenn sie sich abkehren, dann sprecht:
„Bezeugt, dass wir uns (Gott) ergeben haben.“ (3:65)
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Samstag, 12. Oktober 2013
Berührung
Du trägst/ Einen Schlüssel in der Hand/ Und atmest schwer/ Du öffnest/ Die erste Türe/ Bemerkst nicht das zweite Tor/ Und stehst schon vor dem dritten/ Wenn es verschlossen ist/ Gehst du durch das Fenster/ Wenn das Fenster ungeöffnet ist/ Zerbrichst du das Glas/ Du hörst nicht auf/ Zu streben/ Wirst nicht müde/ Zu schreiten/ Hörst nicht auf/ Zu flehen/ Es gibt immer einen Winkel/ Immer einen Weg/ Eine Ordnung/ Immer ein Zeichen/ Und ein Gehen/ Das ungesehen ist/ Ungewöhnlich/ Unberührt/ Und nur darauf wartet/ Besucht zu werden/ Nur darauf wartet/ Uns zu überraschen/ Augen die nicht sehen können/ Halten diese Welt für Wasser/ Augen die nicht sehen können/ Leugnen Sein Palast aus Glas/ Augen die nicht sehen können/ Verwechseln seinen Teppich mit Wiese/ Und spüren nicht/ Wohin sie wandeln/ Worauf sie gehen/ Und was sie dort/ Verzaubertes sehen/ Laufe weiter/ Und berühre/ Berühre mit mir/ Wasser das reinigt/ Werke die wirken/ Und Menschen die fehlen
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Samstag, 28. September 2013
Projektstart - Workshops für Schulklassen
Workshops für Schulklassen zur Prävention von Zwangsverheiratungen und Gewalt im Namen der Ehre. Initiiert von der Lajna Imaillah Frankfurt
(Frauenorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR) und
dem Jugendmigrationsdienst des Caritasverbandes Frankfurt e.V. Ab sofort buchbar!
Mittwoch, 18. September 2013
Blick nach Syrien
"Es geht nicht vorrangig darum, der
syrischen Bevölkerung zu helfen. Im
Gegenteil: Sie haben auch nach 1945 immer wieder gerade dort interveniert, wo es
ihnen erforderlich schien, die eigene Machtstellung konsequent zu stärken.
Nicht zuletzt der Ölreichtum und die auch strategisch entscheidend wichtige
Lage der Region zwischen dem östlichen Mittelmeer und dem Arabischen Meer haben
gerade dieses Gebiet zu einem Hauptaktionsfeld amerikanischer Außenpolitik
werden lassen, bis hin zum letzten Irak-Krieg, zur Besetzung Afghanistans und
zu den undurchsichtigen, völkerrechtlich jedenfalls in keiner Weise
legitimierbaren Aktionen im nordöstlichen Pakistan. Der aktuelle Konflikt um ein Eingreifen oder
Nicht-Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg ist deshalb so brisant, weil sich
in dieser Frage der Gegensatz zwischen zwei radikal unterschiedlichen
geostrategischen und weltpolitischen Konzeptionen manifestiert. Den Amerikanern
und der westlichen Seite geht es nicht oder nicht vorrangig darum, der
bedauernswerten syrischen Bevölkerung zu helfen, sondern um Einflussnahme auf
die Neugestaltung des Landes nach einem voraussichtlichen Sturz des derzeitigen
Regimes, obwohl man mit diesem bisher stets gut zusammenarbeiten konnte.
Mehrere, seit längerem geplante, für den Westen wichtige Öl- und Gaspipelines
stehen auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Qatar mit dem östlichen
Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches
Gebiet führen sollen. (...)"1
Hans-Christof Kraus, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau
Weil es leider immer noch passt, hier ein Auszug aus einem Gedicht das ich vor etwa einem Jahr im Rahmen einer Lesung vortrug:
Wider die Ungerechten/ sagen wir immer/ und holen den Hammer/um wieder mal/richtig draufzuschlagen/schlägt ja sonst keiner/ Also Wir/Gott sei Dank/sind wir wir(...)/Also schlägt zu!/ Zum Ersten!/ Zum Zweiten!/Zum Dritten! /Weltkrieg verkauft!(...)/Wir haben das Recht/ immer Recht zu haben (...)Wider die Widersacher/schreien wir laut/ machen Radau/ zünden die Zigarretten an/ (...) Sehen Obama (...)/ einmarschieren und/ Trompete blasen/ Waffenindustrie boomt/ bombt sie weg! bombt sie weg!/ein goldener Schatz/ein goldenes Kalb/wälzt sich im Schlamm/wälzt sich im Dreck/(...)Wider die Widersacher/ schreien wir laut/ und tauschen fleißig/(...) Ware gegen Werte/ oder (...)/ wertlose Ware gegen wertlose Werte?
1.Ausschnitt
aus einem sehr lesenswerten Artikel in der FAZ, vgl. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html
Hans-Christof Kraus, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau
Weil es leider immer noch passt, hier ein Auszug aus einem Gedicht das ich vor etwa einem Jahr im Rahmen einer Lesung vortrug:
Wider die Ungerechten
Wider die Ungerechten/ sagen wir immer/ und holen den Hammer/um wieder mal/richtig draufzuschlagen/schlägt ja sonst keiner/ Also Wir/Gott sei Dank/sind wir wir(...)/Also schlägt zu!/ Zum Ersten!/ Zum Zweiten!/Zum Dritten! /Weltkrieg verkauft!(...)/Wir haben das Recht/ immer Recht zu haben (...)Wider die Widersacher/schreien wir laut/ machen Radau/ zünden die Zigarretten an/ (...) Sehen Obama (...)/ einmarschieren und/ Trompete blasen/ Waffenindustrie boomt/ bombt sie weg! bombt sie weg!/ein goldener Schatz/ein goldenes Kalb/wälzt sich im Schlamm/wälzt sich im Dreck/(...)Wider die Widersacher/ schreien wir laut/ und tauschen fleißig/(...) Ware gegen Werte/ oder (...)/ wertlose Ware gegen wertlose Werte?
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Sonntag, 15. September 2013
paradigmenwechsel
Mittwoch, 11. September 2013
Zeichen der Gebetserhörung
1. Nach dem Gebet ändern sich die Umstände in einer solchen Weise, dass man
deutlich erkennen kann, dass sich diese Veränderung
nicht zufällig ereignete, sondern durch einen höheren und mächtigeren Willensakt
herbeigeführt wurde.
2. Durch das Gebet können Ziele erreicht werden, die durch eigene Anstrengungen allein und ohne das Gebet nicht erreicht werden könnten.
3. Als Ergebnis des Gebetes entsteht eine derartige Zusammenballung von außergewöhnlichen Umständen, deren Fülle uns nicht mehr erlaubt, sie als zufälliges Zusammentreffen zu bezeichnen.
2. Durch das Gebet können Ziele erreicht werden, die durch eigene Anstrengungen allein und ohne das Gebet nicht erreicht werden könnten.
3. Als Ergebnis des Gebetes entsteht eine derartige Zusammenballung von außergewöhnlichen Umständen, deren Fülle uns nicht mehr erlaubt, sie als zufälliges Zusammentreffen zu bezeichnen.
4. Sehr oft erfährt ein Betender durch Offenbarung oder durch Eingebung im
Voraus, dass seine Gebete angenommen wurden.Nach dieser etwas voraussagenden Nachricht von Gott, kann es sich bei dem
später eintreffenden Ergebnis nicht um einen Zufall handeln.
Vgl. Hazrat Mirza Baschirud-Din Mahmud Ahmad (ra): Hasti
Bari Taala , Vol 6, Anwarul 'Ulum Seite
D.108
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