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Sonntag, 12. Januar 2014

Mipster Me!



Collage by Al-Hub

Huch!
Hab gehört
Du hast das Tuch
Auf dem Kopf
Salonfähig gemacht und
Das Beste aus der
Saison als Päckchen 
(K)Leidkultur 
Bei Urban Out-
Fitters bestellt und damit
Den Islam für In in Insta-
Gram erwogen und die ganze
Komplizierte Lehre mit Samt
Getauscht, geleert und zu-
Geschnürt
Statt underpressure
Jetzt under control
Statt undermine
Jetzt underweight
Normative Orders
Statt Uniform

Mipster Me!

Nimm dICH selbst
Nicht allzu wICHtig
Hören wir es nun
Ohne Grund im Under-
Ground ertönen (Re-)
Mind the Gap 
Zwischen East und West
Ironie als Muskelmaske als
Abbild deiner Selbst

Mipster Me!

Du funktionierst jetzt sogar
Hundert Mark besser als davor
Wenn dein Cardigan
Dann bisschen nach Rauch stinkt
Und Hollister dich irgendwie
Als Model engagiert
Hast du es endlich geschafft

Du bist in Germoney
Angekommen! Und
Was das Beste daran ist:
Du brauchst dich nicht mehr
Vom Fleck zu bewegen 
Wurde bereits alles
Vom Feinsten arrangiert

Auch keine Symbolpolitik mehr
Auf der Vermisst-Plakataktion
Des Innenministerium
Heißt es nämlich jetzt alternativ 
Missed: an undercover terrorist 
Nächste Zeile
Called herself a Mipster


Sonntag, 15. September 2013

paradigmenwechsel

und dann bemerkte sie
dass die handschrift
drohte zu verschwinden
drift away- swift
wie der stift
ein überbleibsel
der gattung analog
du bist zerbrechlich
handschrift
wie eine zeichnung...du


Copyright Al-Hub

Samstag, 18. Mai 2013

Through the mirror - Das letzte Geheimnis zwischen den Menschen

Die Faszination, die von einem Spiegel ausgeht, wird unterschätzt. Beobachtet man einmal den gemeinen und, was auch immer das sein mag, ungemeinen Menschen und seinen Drang sich selbst zu inspizieren, ist es so, als würde die Zeit still stehen. Der sich abmühende Blick schwelgt, egal ob jener in Eile ist oder in Trance, sein Gönner sich modisch oder unmodisch  kleidet und eitel oder demütig ist.  Die Symbolik dahinter ist die Symbolik der (An-)Erkennung des Anderen, wir sehen uns selbst so, wie wir meinen von anderen gesehen zu werden und fragen dabei, ob uns jene erkennen, wie wir meinen und selbst erkennen zu würden. Die Frage hierbei ist nicht wer ich bin, sondern wer ich sein kann. Zeit und Raum sind überfüllt von solchen Fragen. Fragen des Hinterfragens von Selbst-und Fremdwahrnehmung, Subjekt- und Objektwerdung. Wir steigen ein in Verhaltensmuster, verlieren uns in Rollen, sind ganz wir selbst und wissen selbst nicht so genau, wie wir eigentlich wirken. 

Das Wirkungspotenzial unseres Selbst ist für das Selbst ein Rätsel, für den Anderen ist es ein oft unbewusstes Verarbeiten von Reizen, nichts anderes als Konsum. Ja, der Mensch konsumiert sich andauernd selbst. Er kategorisiert und ordnet, die Stimme, das Aussehen, die Perspektive: Den Menschen. Dieses Konsumieren des Menschen, des Bildes oder eben jenes Urteils, das wir uns bilden oder das für uns gebildet wird, scheint erst durchbrochen, wenn wir in den Spiegel schauen. Wir zweifeln, sind skeptisch, wir reflektieren.[1] Doch der Spiegel des Anderen bleibt uns fern, es ist unser Bild, das wir auseinandernehmen, und nach Maßstäben prüfen, die möglicherweise absurd sind und sich jeder Legitimation entziehen. Aber immerhin hören wir auf zu konsumieren. Wir halten inne vor dem Spiegel. Der Blick in den Spiegel ist immer still und einsam. Er ist oft ein wenig bedrohlich, sich selbst ungenügsam.

Das Konsumieren des Anderen wird jedoch erst durchbrochen, wenn wir uns in seine Welt hineingeben. Wenn dieser Andere unsere Kategorien ins Schwanken geraten lässt und uns überrascht. Wenn Name und Bild nicht zusammen zu passen scheinen, Kleidung und Verhalten sich in die Quere kommen, dann inspizieren wir auch das Selbst das Anderen, indem wir es nicht bloß konsumieren, sondern  auflösen und damit kennen lernen. Aber auch da wird es eine Grenze geben, die wir nicht durchbrechen können. Bis zu einem gewissen Grade bleiben wir uns auf ewig fremd. Das ist und bleibt das letzte Geheimnis zwischen den Menschen.





[1] Ähnlich verhält es sich mit der Symbolik der Verschleierung. Der Schleier reflektiere und transzendiere nach David E. Wellbery die „Grenze zwischen Beobachtung und Beobachtetem, Meta-und Objektsprache.“ (Vgl. Endres/ Wittmann, Wolf: Ikonologie des Zwischenraums, München 2005, S.59.) Ausgehend von dieser Definition ist die Verschleierung eine Art Metapher für einen Spiegel. Ähnlich deutet Endres den Schleier, demnach dieser als Spiegel das falsche Bewusstsein dessen zurück werfe, der seinen Blick auf ihn richte.(Vgl. ebd. Endres/ Wittmann, Wolf, S.3.) Der Schleier stiftet Identität, indem er die Identität des Beobachters herausfordert und indem er zur Reflexion des Selbst anregt.


Copyright Al-Hub

Dienstag, 7. Mai 2013

Nützlich - In Anlehnung an Franz Kafkas "Ein Bericht für eine Akademie"

Ein Landarzt, ein Hungerkünstler und ein
Affe, der sich wie ein Mensch verhält, ver-
Sammelten sich auf dem Friedhof

Der Landarzt ging zum Grabe von
Kauklitz Knabe und schrie ein lautes:
„Sei immer gut drauf!“

Der Menschenaffe ging zum Sarge 
Von Herrn Fade und ließ ihn wissen 
Was der blasse Arme zu tun habe:
"Sauf!“

Zu guter Letzt entdeckte der Hungerkünstler
Hinter der Friedhofsgarage einen hargeren
Herrn in Lumpen, tot und ohne Farbe,
Forderte auf, in Rage: „Kauf!“

Bis der eine anfing zu saufen, der andere
Anfing zu kaufen, der Dritte anfing voller
Tatendrang zu laufen, nur komischerweise
Taten die drei selbst nicht das
Was sie den andren zu wagen
Erlaubten