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Mittwoch, 18. September 2013

Blick nach Syrien

"Es geht nicht vorrangig darum, der syrischen Bevölkerung zu helfen. Im Gegenteil: Sie haben auch nach 1945 immer wieder gerade dort interveniert, wo es ihnen erforderlich schien, die eigene Machtstellung konsequent zu stärken. Nicht zuletzt der Ölreichtum und die auch strategisch entscheidend wichtige Lage der Region zwischen dem östlichen Mittelmeer und dem Arabischen Meer haben gerade dieses Gebiet zu einem Hauptaktionsfeld amerikanischer Außenpolitik werden lassen, bis hin zum letzten Irak-Krieg, zur Besetzung Afghanistans und zu den undurchsichtigen, völkerrechtlich jedenfalls in keiner Weise legitimierbaren Aktionen im nordöstlichen Pakistan. Der aktuelle Konflikt um ein Eingreifen oder Nicht-Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg ist deshalb so brisant, weil sich in dieser Frage der Gegensatz zwischen zwei radikal unterschiedlichen geostrategischen und weltpolitischen Konzeptionen manifestiert. Den Amerikanern und der westlichen Seite geht es nicht oder nicht vorrangig darum, der bedauernswerten syrischen Bevölkerung zu helfen, sondern um Einflussnahme auf die Neugestaltung des Landes nach einem voraussichtlichen Sturz des derzeitigen Regimes, obwohl man mit diesem bisher stets gut zusammenarbeiten konnte. Mehrere, seit längerem geplante, für den Westen wichtige Öl- und Gaspipelines stehen auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Qatar mit dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches Gebiet führen sollen. (...)"1    
Hans-Christof Kraus, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau

Weil es leider immer noch passt, hier ein Auszug aus einem Gedicht das ich vor etwa einem Jahr im Rahmen einer Lesung vortrug:

Wider die Ungerechten

Wider die Ungerechten/ sagen wir immer/ und holen den Hammer/um wieder mal/richtig draufzuschlagen/schlägt ja sonst keiner/ Also Wir/Gott sei Dank/sind wir wir(...)/Also schlägt zu!/ Zum Ersten!/ Zum Zweiten!/Zum Dritten! /Weltkrieg verkauft!(...)/Wir haben das Recht/ immer Recht zu haben (...)Wider die Widersacher/schreien wir laut/ machen Radau/ zünden die Zigarretten an/ (...) Sehen Obama (...)/ einmarschieren und/ Trompete blasen/ Waffenindustrie boomt/ bombt sie weg! bombt sie weg!/ein goldener Schatz/ein goldenes Kalb/wälzt sich im Schlamm/wälzt sich im Dreck/(...)Wider die Widersacher/ schreien wir laut/ und tauschen fleißig/(...) Ware gegen Werte/ oder (...)/ wertlose Ware gegen wertlose Werte?


 
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1.Ausschnitt aus einem sehr lesenswerten Artikel in der FAZ, vgl. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html

 

Dienstag, 28. Mai 2013

Schweigen

„Ich möchte dir etwas von mir geben. Sage du es mir, was würde dir am meisten gefallen?“

Es war ein stilles Einvernehmen, ein gegenseitiges Wohlwollen und einfaches Bekenntnis, das selbst unausgesprochen Bestand hatte. Wir sind einander des anderen Freund.

„Wann immer du an mich denkst, sollst du für mich beten. Denn jedes Gebet von dir, das Er annimmt, ist das schönste Geschenk. Sag, kannst du mir etwas Besseres geben als dies? Selbst wenn du es noch nicht weiß, ich bete bereits für dich.“


Jenes Schweigen war es, das den Raum mit Frieden erfüllte.

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Mittwoch, 10. April 2013

EINS

es ist

als ob die ganze welt ein-

atmet und flüstert und ein

hauch

von absolutem glück

alles einnimmt was ein-

genommen werden darf



die welt flüstert

die welt flüstert
ein geheimnis

eine welt 
nicht diese
ist ein hauch

von absolutem glück



in diesem kunstwerk

bist du ein klitzekleines detail

ein klitzekleines wort

das ausgesprochen werden sollte



das lebt

danke
 
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Dienstag, 9. April 2013

Zur Wahrnehmung der Geschlechter in der Postmoderne

Ein Kommentar zur Sexismus-Debatte aus muslimischer Perspektive

„Bon Jovi: Ach, jeder Blick von einem Mann ist doch sexuell geprägt. Ich denke, das ist instinktiv so. Und er ist immer beurteilend. Man ist zu kurz, zu lang, zu fett, zu dünn, sieht zu alt aus oder einfach nur großartig. Die Voreingenommenheit ist Teil unserer Kultur geworden. Das ist doch menschlich.“[1]


Betrachten wir Jovis Aussage – ohne den vermeintlich sexuell geprägten Blick des Mannes zu berücksichtigen- bleibt die Frage offen, inwiefern es legitim ist eine Person äußerlich zu bewerten. Mit der Sexismus-Debatte einher geht das Phänomen, dass der Mensch in der Postmoderne sich permanent selbst inszeniert und dafür Anerkennung wünscht.


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Ein wie auch immer gearteter Narzissmus fordert die Gemüter, die Schere der gewünschten Selbst-und Fremdwahrnehmung eines Subjektes klafft immer weiter auseinander. Interessant ist dabei die Beobachtung, dass der Mensch durch die Bewertung der Kleidung des Anderen vermeintliche soziale Klassenunterschiede konstruiert und oft vorschnell ein Urteil über die Persönlichkeit des Anderen bildet.[2] Dieses Urteil kann das Bewusstsein und Denken des Menschen so stark beeinflussen, dass sogar die mit der Kleidung einer fremden Person verbundenen geistigen Fähigkeiten allein durch das Tragen derselben existent und entwickelt werden.[3] Dabei kommt es bisweilen zu Symbolzuschreibungen: Bestimmte Kleidungsstücke und äußerliche Merkmale transponieren eine Sprache der self-affection [4]; einer extremen Selbstdarstellung, die dazu führt, dass Frauen oder Männer als unauthentisch, fremdbestimmt und egoistisch wahrgenommen werden.


Diese Zurschaustellung des Selbst und die Suche nach der Bestätigung in der Gesellschaft wird in allen Religionen, so auch im Islam, problematisiert. Der Mensch solle eine innere Demut und Bescheidenheit erlangen, in dem er gegen sein Nafs [5], zu Deutsch: Ego, kämpft. Dabei soll der Mensch die Bestätigung Gottes suchen, der, wie es in einem Prophetenausspruch heißt, nicht auf die Körper und Formen schaut, sondern auf die Herzen.[6]





[1] Vgl. Frankfurter Rundschau vom 7.März: http://www.fr-online.de/leute/bon-jovi--tot-zu-sein--war-ziemlich-cool-,9548600,22024220.html

[2] Vgl. „Kleider schaffen Ordnung. Regeln und Mythen jugendlicher Selbst-Präsentation“: >http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/1413/2905<, Stand (04.04.12013).

[3] Vgl. „Kleider machen Leute – Unsere Kleidung beeinflusst unser Denken“: >http://www.alltagsforschung.de/kleider-machen-leute-unsere-kleidung-beeinflusst-unser-denken/ <, Stand (04.04.12013)

[4] Vgl. Zahavi, Dan: Self-awareness and alterity- a phenomenological investigation, Northwestern University Press, 1999, S.110.

[5] Vgl. Robert Frager: Heart, Self, & Soul; The Sufi Psychology of Growth, Balance, and Harmony.


[6] Sahīh Muslim, Kitāb al-Birr, 33; Sunan Ibn Mājah, Kitāb al-Zuhd, 9.


Mittwoch, 3. April 2013

IN DIR

Was passiert, wenn du etwas für dich erkannt hast, etwas, das nicht geleugnet werden kann, etwas, das tief in dein Herz hineingelegt wurde und anzuzweifeln nicht möglich ist? Was passiert, wenn niemand es begreift, bis auf dir, wenn es in dir ist und alles um dich herum es leugnet, es nicht erkennt, unwissend ist? Um dich herum ist Stille und in dir klopft es heftig, es brennt lichterloh, eine Wärme, die du nie zuvor spürtest. Was passiert, wenn du bedingungslos liebst, nicht aufhörst Ihm zu vertrauen?  Und alles um dich herum würde dir wahrscheinlich raten eine andere Perspektive einzunehmen (du müsstest lächeln, denn sie hatten noch nie  deine eingenommen); du bist verliebt wie ein Wahnsinniger, du rast innerlich und doch spürst du nichts als Frieden, Ergebung, Wärme, bedingungslos. Was passiert mit dir? Man sagte mir einst, wer etwas erkennt, verliert einen Teil von sich; etwas zerbricht in ihm.  Wer auf etwas zulaufe, verliere den Blick für das was hinter ihm liege.  Aber wenn du etwas gesucht hast, vielleicht ohne es wissen, und du es endlich gefunden hast, was kannst du dann noch verlieren?

Ich sage dir was passiert. Ich sage dir was passiert, auch wenn es dir nicht passiert ist. Selbst wenn die ganze Welt blind sein sollte, wenn Er an deiner Seite ist, gibt es kein Entrinnen. Wenn du Ihm vertraust, wird die ganze Welt sehend. Es wird passieren. Du hast vielleicht nur ganz kurz deine Augen geschlossen, du warst eine Sekunde nicht anwesend und eh du es bemerken konntest, ist es passiert. Die Manifestation Seiner Liebe wurde wahr.

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Samstag, 30. März 2013



„Der wahre Sinn von Religionen ist, den wahren Gott, den Schöpfer des Universums zu erkennen, eine solche Liebe zu Ihm zu entwickeln, die die Liebe zu allem anderen erkalten lässt, mit seinen Geschöpfen mit Mitgefühl umzugehen und danach zu streben, die größtmögliche innere Reinheit zu erlangen. Demgegenüber sehe ich jedoch, dass dieser Zweck in der heutigen Zeit vergessen wurde und viele Menschen einem wie auch immer gearteten Atheismus folgen.

Sie sind sich der Existenz Gottes nicht bewusst und dieses mangelhafte Bewusstsein über die Existenz Gottes führt dazu, dass mit immer weniger Skrupel Sünden begangen werden. Es ist logisch, dass man einer Sache, die man nicht kennt, nicht wertschätzt, nicht liebt; noch hat man Furcht vor ihr. Alle Arten der Liebe und Furcht entstehen nach der Erkenntnis.

Quelle Unknown. Jamaat Ahmadiyya Rabwah/ Qadian
Es ist also ersichtlich, dass heutzutage auf der Welt eine Vielzahl  der Sünden aufgrund fehlender Erkenntnis begangen wird. Ein Merkmal von wahren Religionen ist, dass in ihr viele solcher großartigen Zeichen vorhanden sind, die das Erkennen von Gott ermöglichen, so dass die Menschen sich nicht nur vor Sündhaftigkeit schützen, sondern sie die Schönheit Gottes erfahren und daraufhin solch eine Liebe zu Ihm entwickeln, dass auch nur ein Augenblick der Trennung von Gott für sie sich schlimmer anfühlt als die Qualen der Hölle. Befreiung von Sündhaftigkeit und in der Liebe Gottes zu versinken bedeuten nicht nur den unzweifelhaft höchsten Sinn menschlicher Existenz erlangt zu haben, sondern auch wahre Glückseligkeit und das Erlangen von Seelenfrieden. Demgegenüber sind alle Wünsche, die dem Wohlgefallen Gottes widersprechen, und jedes Leben, das damit verbracht wird, diese Wünsche zu erlangen, gleichzusetzen mit dem Feuer der Hölle.“


Seine Heiligkeit Mirza Ghulam Ahmad, Friede Gottes sei auf ihm, in: Vortrag von Lahore, Frankfurt am Main 2011, S. 19-20

Auch hier: http://www.ahmadiyya.de/bibliothek/buecher/buch/datum/2012/07/17/der-vortrag-von-lahore/