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Dienstag, 14. Mai 2013

Was ich dir zeigen will

Vertraue dem Vogel
Wenn er zu dir eindringt
Trage seinen Helm

Skizziere dein Äußerstes
Um es nach innen zu tragen
Werde deiner Stimme bewusst

Entpuppe dein Ich
Indem du es auflöst
Befreie dich von mir

Hör auf zu rätseln
Wenn der Wind weht
Werde still, verstumme nicht

Alles was ich dir zeige
Schlummert bereits in dir
Höre auf zu fragen

Ich kenne dich

Quelle Unknown

Mittwoch, 24. April 2013

Was ich bin - Eine Fortsetzung

Sie stand auf, nahm den Papiervogel in die Hand und entzifferte mit ein wenig Mühe die Botschaft eines Fremden. „Lass dich nur in keiner Zeit/Zum Widerspruch verleiten/Weise fallen in Unwissenheit/Wenn sie mit Unwissenden streiten“  Wer war dieser Fremde? Das Publikum verstand nicht so recht, was hier vor sich ging. Weshalb sie sich nicht bewegte, einfach still da stand und schwieg. Und es passierte wie von selbst; sie hatte es geahnt. Wenn wir erschöpft sind und unser Körper nicht mehr kann, dann öffnen wir unser Herz. Wir öffnen es, um es danach wieder so fest zu verschließen, bis ein Teil darin verloren geht.


pardesi pardesi jaana nahi

Fremder, Fremder, geh nicht
mujhe chhodke mujhe chhodke

Lass mich nicht zurück, lass mich nicht  zurück
pardesi pardesi jaana nahi

Fremder, Fremder, geh nicht
mujhe chhodke mujhe chhodke

Lass mich nicht zurück, lass mich nicht  zurück
pardesi mere yaara vada nibhaana

Fremder, mein Freund, halte dein Versprechen
mujhe yaad rakhna kahin bhool na jaana

Behalte mich in Erinnerung und vergesse mich nie


In ihr ist es nun unglaublich still geworden. Vielleicht war es ein Zustand der Ohnmacht. Aber vor ihrem inneren Auge ertönte skurillerweise ein altes indisches Lied aus dem Film Raja Hindustani, das sie beinah vergessen hatte. Als ob das vergangene Ich ihrem heutigen Selbst etwas zu sagen hatte. Das überall fremde; das hin und hergerissene Selbst. Es sprach. Nein, es sprach nicht, es sang.



Aaye ho meri zindagi mein tum bahaar banke

Du bist in mein Leben gekommen wie der Frühling
phoolon ke mausam mein milne aate hai

Du bist gekommen, um mich in der Zeit der Blumen zu treffen
patjhad mein panchhi bankar udjaate hai

Und wenn die Blätter fallen, wirst du zu einem Vogel und fliegst davon
hansti aankhon ko aansu de jaate hai

Aus lachenden Augen kommen nun Tränen
vaada karke bhi na vaapas aate hai

Du wirst nicht zurückkommen, selbst wenn du es versprechen würdest
pardesi mere yaara guzara zamaana

Fremder, mein Freund, die Jahreszeit ist vorbei
use yaad rakhna kahin bhuul na jaana

Behalte dies in Erinnerung, vergiss es nie!


Sie schaute sich alle so gut wie sie konnte an. Jeden Einzelnen. Wie sie bloß da stand. Das Ich. Klein und zerbrechlich, wie ein Streichholz. Die Anderen waren nicht anders; wie sie auf sie starrten, in kindlicher Erwartung auf ein loderndes Feuer. Lauter winzige Streichölzer. Feuer, Feuer, Feuer. Wir wollen es brennen sehen. 

Nicht länger wartend; nicht länger erwartend, nahm sie das Mikrophon in die Hand. Sie war es sich selbst schuldig. Laut und nüchtern, ja, in einem beinah abgeklärten Tonfall, der eher an Kapitulation erinnerte als an Performance, sagte sie plötzlich: WER SEIN EGO ZURÜCKSTECKT VERDIENT DIE MEISTE ANERKENNUNG. UND DOCH ERHÄLT ER DIE GERINGSTE. 

Es brannte. Und wie.


Wenn auch alles andere scheitert, meine Liebe, wir scheitern mit.
Wenn auch alles andere scheitert, unsere Liebe tut es nicht. 

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Sonntag, 14. April 2013

AUFBRUCH

Sie entdeckte das Zitat des großen muslimischen Philosophen Al-Kindi als Randnotiz in ihrem kleinen Kalender wieder: „Wir sollen uns nicht schämen, die Wahrheit anzuerkennen und sie uns anzueignen, aus welcher Quelle sie auch stammen mag. Für jenen, der Wahrheit sucht, gibt es keinen höheren Wert als die Wahrheit selbst. Sie setzt den, der sie sucht, niemals herab“. Selbst wenn es eine Sprache ist, die unübersetzbar ist. Ich spreche nicht von kleinen Dingen, die wir alle verstehen. Ich spreche von großen Dingen, die Vielen verschlossen bleiben bis zum Schluss, weil beide Seiten nicht groß genug waren. Das Erhabene erschließt sich nur demjenigen, der wachsen will und wächst. Die Erkenntnis, gleich der Erfüllung eines Traumes, fängt da an, wo die Worte aufhören.
Ihre Gedanken schwirrten ihr sanft durch den Kopf, während die warmen Sonnenstrahlen  ihr Gesicht und ihre mit Henna verzierte Hand berührten. Bei all der Aufbruchsstimmung wäre es ein Leichtes gewesen jetzt kurz zu vergessen was vor ihr lag, oder etwa nicht?  Sie hörte die Trommeln und den Gesang, klingelte an der Tür ihrer Freundin und atmete tief ein. Niemand hätte es ihr leicht gemacht und das war gut so.

Quelle Unknown


Mittwoch, 10. April 2013

EINS

es ist

als ob die ganze welt ein-

atmet und flüstert und ein

hauch

von absolutem glück

alles einnimmt was ein-

genommen werden darf



die welt flüstert

die welt flüstert
ein geheimnis

eine welt 
nicht diese
ist ein hauch

von absolutem glück



in diesem kunstwerk

bist du ein klitzekleines detail

ein klitzekleines wort

das ausgesprochen werden sollte



das lebt

danke
 
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